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Eduard Mörikes Orplid –
Auf der Suche nach der utopischen Stadt
Eine audiovisuelle Recherche

14. – 28. Oktober 2018 Kulturzentrum Ludwigsburg


Du bist Orplid, mein Land!
Das ferne leuchtet;
Vom Meere dampfet dein besonnter Strand
Den Nebel, so der Götter Wange feuchtet.

Uralte Wasser steigen
Verjüngt um deine Hüften, Kind!
Vor deiner Gottheit beugen
Sich Könige, die deine Wärter sind.


Eduard Mörikes berühmter „Gesang Weylas“ besingt sein „Orplid“, die Utopie eines Inselstaates, die der junge Mörike im Jahre 1825 zusammen mit seinem Freund Ludwig Bauer im Tübinger Stift erdacht hat und die später in seinen Roman Maler Nolten einging. Orplid ist der Ort ihrer Träume, den sie gemeinsam aufblühen und untergehen lassen. In Maler Nolten sind nur noch die Ruinen und Erinnerungen an den einstigen Zufluchtsort zugegen. Keine Utopie hält für die Ewigkeit. Oft ist es das Ungreifbare und Unerreichbare, was sie so reizvoll macht, und nicht selten verwandeln sie sich in totalitäre Systeme, sobald sie das Reich der Fantasie verlassen.

Die Mörike-Gesellschaft bringt mit einer medialen Ausstellung zu Mörikes Orplid ihren Beitrag zu den Literaturtagen Baden-Württemberg und schlägt damit zugleich eine Brücke zum 300-jährigen Jubiläum der Stadt, denn Ludwigsburg ist wie Orplid eine Phantasiestadt, die Anfang des 18. Jahrhunderts auf dem Reißbrett entstand.

Absolventen und Absolventinnen sowie Studenten und Studentinnen der Ludwigsburger Akademien für Darstellende Kunst und der Filmakademie sowie der Kunstakademie Stuttgart widmen sich dem märchenhaften Mythos von Mörikes Orplid mit heutigen Mitteln. Als Work-in-Progress entwickelt sich so während der Zeit der Literaturtage vor den Augen des interessierten Publikums eine wachsende Ausstellung in den offenen Räumen des Ludwigsburger Kulturzentrums.

Der Auftakt findet am Sonntag, 14. Oktober, um 14 Uhr statt. Die Mörike-Gesellschaft und die Künstler- und Künstlerinnen laden zum gemeinsamen Denken über Utopie ein.

Am Donnerstag, 25. Oktober, wird das Treppenhaus des Kulturzentrums ab 20:30 Uhr zur Projektionsfläche für Utopien mit filmischen und performativen Begegnungen.

Die Recherche endet am Sonntag, 28. Oktober um 16 Uhr mit einer Finissage.

Das Publikum ist ab dem 14.10. bis zur Finissiage am 28.10. eingeladen, innerhalb der Öffnungszeiten des Kulturzentrums jederzeit vorbei zu kommen und sich die entstehenden Arbeiten anzuschauen.

Ein Projekt von Philine Pastenaci, Tamara Priwitzer, Caty Blättermann, Christian Müller, Susanne Brendel, Julia Schäfer und Jasmin Schädler im Auftrag der Mörike-Gesellschaft.

Unterstützt wird die Ausstellung aus Mitteln des Bundes durch die Arbeitsgemeinschaft der literarischen Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG), der Stadt Ludwigsburg und der Bürgerstiftung Ludwigsburg.